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Etosha Nationalpark

 

Für die nächsten zwei Tage stand ein weiteres Highlight auf unserem Terminkalender. Der Etosha Nationalpark mit eine Grösse von 22‘270 km2 und rund 60‘000 Tieren ist ein absoluter Touristenmagnet. Die heutige Etosha Pfanne war in der Vergangenheit der Boden eines grossen Binnensees. In der Ovambo-Sprache bedeutet Etosha soviel wie „grosser weisser Platz“. Für den Individualverkehr ist nur der östliche Teil des Parkes zugänglich. Die westliche Parkhälfte bleibt ausgesuchten Safariunternehmen vorbehalten. Wir fuhren am Anderson Gate in den Etosha National Park, machten eine Schleife nach Links bis zum nicht öffentlichen Teil und fuhren dann zurück bis zum Okaukuejo Lager. Dort verbrachten wir die erste Nacht mit Millionen von anderen Touristen. So kam es uns zumindest vor. Tiere haben wir an diesem ersten Tag zuhauf gesehen. Von Streifenhörnchen, über Zebra Herden und Löwen. Ich kann gar nicht mehr alle aufzählen. Nur eines haben wir gleich schon zu Beginn feststellen müssen. Alle Tiere sind Autos gewöhnt und ergreifen nicht mehr die Flucht, wenn man sich ihnen nähert. Das hat uns zu tollen Aufnahmen verholfen. Der zweite Tag hatte am Morgen ein richtiges Highlight parat. Ein Löwe, der hinter einer läufigen Löwin her war. Die Beiden hielten sich ca. 10 Minuten 5 Meter neben unserem Auto auf. Ganz wohl war es mir bei heruntergelassener Scheibe nicht. Da der Löwe nicht durfte, wollte ich nicht seine schlechte Laune ausbaden müssen. Der Löwe folgte seiner Angebetenen und ist sicher für seine Hartnäckigkeit irgendwann belohnt worden. Die zweite Nacht haben wir auf dem Campingplatz von Namutori, einem ehemaligen deutschen Fort, verbracht. Hier war es wesentlich gemütlicher, da kleiner und weniger besucht. Am nächsten Morgen verliessen wir den Park. Aber unsere Ausbeute an Tieren konnte sich echt sehen lassen. Nur die Rhinos hatten sich zu gut versteckt. Sind ja auch so klein.

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Rundreise 2011/4

Rundreise 2011 Bilder 12.1

 

Von Tsumeb über Gronfontein bis Waterberg

 

Nach dem Etosha Nationalpark wollten wir am Otjikoto-See, 20 km vor Tsumeb vorbei schauen. Dieser ist entstanden, weil eine Höhle eingestürzt ist. Hier haben deutsche Truppen gegen Ende des Südafrika-Feldzuges ihr militärisches Gerät versenkt. Zum Teil liegt dieses noch im See, welches bei klarer Sicht zu erkennen ist. Den Rest kann man im Museum von Tsumeb bewundern. Das Museum stellt eigentlich fast alles aus, was mit der ansässigen Kultur und Industrie zu tun hat. Wie zum Beispiel die Geschichte der San und Hereros. Nach dem kleinen zusätzlichen Kulturtrip sind wir weiter nach Grootfontein auf den Campingplatz Maori gefahren. Hier trafen wir auf einen sehr gesprächigen deutschen Farmer, welcher sich mit dem Anbau von Zitrusfrüchten über Wasser hält. Seinen Campingplatz hat er mit einem Hinkucker versehen. Einen ca. 20 m hohen Turm, wie man in eigentlich nur an mittelalterlichen Burgen sieht. Hier erhielten wir zum ersten Mal einen wichtigen Hinweis. Vor dem Gebrauch des Brennholzes erst einmal mit einem langen Stock drauf klopfen. Ist gut gegen Puffotterbisse!!

Nach einem gemütlichen Frühstück, mal wieder alleine auf dem Platz, ging es zum Hobat-Meteoriten. Dieser 55 Tonnen 3x3x1 Meter grosse, und zu 93% aus Eisen bestehender Klotz, ist irgendwann einmal vom Himmel gefallen. Er gilt als wahrscheinlich zweitgrösster Meteorit und ist wie vieles hier, ein nationales Denkmal. Leider musste auch hier das Ganze eingezäunt werden, da Besucher versucht haben, mit Eisensägen sich ein Souvenir zu ergattern. Wir fuhren weiter nach Südwesten dem Waterberg entgegen. Auf dem Waterberg Wilderness haben wir einen Campingplatz gefunden. Die 6 Stellplätze sind hervorragend in die Buschlandschaft und Hügel integriert. Hier wollten wir die nächsten zwei Tage entspannen.

 

Rundreise 2011 Bilder 13

 

Vom Waterberg bis Okonjima

 

Diesen Tag sind wir ganz gemütlich angegangen. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer warmen Dusche haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht. Am Spätnachmittag sind wir auf eine Pirschfahrt im farmeigenen Wildpark gegangen. Wir wollten ein weiteres Tier auf unserer „big five“ Liste sehen. Die Rhinos. Wir hatten dafür extra einen Fährtenleser dabei. Wir folgten ihm zu Fuss durch den Busch. Und da standen sie. Zwei riesige, ca. 1.8 m hohe Nashörner. Wir konnten uns bis auf 20 m den Tieren nähern. Wobei die Guides sehr genau auf die Körpersprache der Tiere geachtet haben. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h kann es da recht schnell eng für uns werden. Wir gingen nach gefühlten fünfzig gemachten Bildern zurück zum Auto, um den restlichen Park auf dem Jeep zu besichtigen. Die Nashörner konnten natürlich nicht mehr getoppt werden. Den Abend liessen wir wie immer am Feuer mit Rotwein ausklingen. Am darauffolgenden Morgen sind wir auf den Waterberg gestiegen. Eigentlich mussten wir nur noch 150 Höhenmeter bewältigen. Der Unterschied liegt in der Aussicht. Auf dem Bergplateau angekommen, hatten wir eine fantastische Aussicht auf die Savanne und die unendliche Weite. Diese haben wir ausgiebig genossen. Nach einer Wanderung auf dem Plateau zwischen Eland, Büffeln und Mambas haben wir nach unserer Rückkehr zum Campingplatz unsere Sachen zusammen geräumt und die Reise fortgesetzt.

Nachdem der Nachmittag schon angebrochen war, sollte das heutige Tagesziel nicht so weit entfernt sein. Wir entschlossen uns, auf die ca. 80 km entfernte Farm Okonjima zu fahren. Hier ist die AfriCat Foundation zuhause. Sie wildern Geparden und Leoparden wieder aus und versuchen das Bild der Wildkatzen in der Öffentlichkeit zu verbessern. Unsere letzte Chance, vor der Abreise Leoparden zu sehen. Wir hatten das Glück und sahen „fat boy“. Die Proportionen und die Eleganz der Raubkatze sind schon toll. Nun hatten wir sie, unseren „big five“. Das musste am Lagerfeuer gefeiert werden. Hinzu kam, dass unser Campingstellplatz gigantische Ausmasse hatte. Es gab sogar pro Stellplatz, je 2 Duschen und Toiletten sowie einen eigenen Aussichtspunkt.

 

Rundreise 2011 Bilder 14

 

Zurück nach Windhoek

 

Das Frühstück an diesem Morgen bestand darin, unsere Vorräte langsam aber sicher aufzubrauchen. Viel Zeit blieb uns nicht mehr an diesem tollen Stückchen Erde. So wollten wir heute weiter Richtung Südwesten. Als Erstes waren wir auf den Spuren der Dinosaurier. Auf einer abgelegenen Farm, welche zu diesem Zeitpunkt ohne Offroader gar nicht zu erreichen war, konnte man in den Felsen versteinerte Dinospuren sehen. Wir hatten uns ehrlich gesagt mehr versprochen, insbesondere was die Grösse der Spuren betrifft. So sind wir recht schnell nach Omaruru zur Holzschnitzerei Tikoloshe weiter gefahren. Hier werden aus altem Schwemmholz und Wurzeln Tierskulpturen hergestellt. Absolut fantasievoll und somit klar, dass wir hier ein Souvenir mit nach Hause nehmen. Wir wurden auch fündig. Jetzt ziert ein Warzenschwein aus Mopane Holz unseren Hauseingang. Auf der Suche nach einem Campingplatz wurden wir erst 80 km vor Windhoek in Okahandja fündig. Der Platz, würde man hier seine erste Nacht verbringen recht ansprechend und schön angelegt, aber für uns eindeutig zu laut. Der Strassenlärm der nahen B 1 und der Eisenbahnverkehr waren nicht zu überhören. Die letzten Wochen haben uns richtig anspruchsvoll werden lassen.

Jetzt ist es doch tatsächlich soweit. Unser letzter Tag in Namibia war gekommen. Am Morgen haben wir uns nochmals so richtig Zeit genommen. Wir haben unsere Taschen für die Heimreise gepackt und sämtliche, von uns nicht mehr benötigte Sachen und Lebensmittel, für die Einheimischen bereitgelegt. Die letzten 80 km nach Windhoek waren nicht so schön. Schliesslich quälte uns die ganze Zeit die Frage: Sollen wir nicht in Windhoek unsere Vorräte wieder auffüllen und weiter fahren? Wir haben es dann doch nicht gemacht. Sondern haben noch Windhoek besichtigt, um anschliessend zurück zur Autovermietung zu fahren. Die Übergabe war innerhalb weniger Minuten erledigt. So ein kundenorientiertes Verhalten hätten wir nicht erwartet. Keine negativen Reaktionen über die Verschmutzung oder die kleinen Defekte, welche während der Reise aufgetreten sind.

 

Rundreise 2011 Bilder 15