maiersworld.ch

© maiersworld.ch

Plastikmüll in den Ozeanen

Plastikmüll in unseren Ozeanen

 

Von der Wiege der Menschheit verkommen zur Mülldeponie der Menschen. So kann zusammenfassend die Lebensgeschichte der Ozeane bezeichnet werden.

 

Nach Untersuchungen der UN Umweltschutzorganisation treiben ca. 18'000 Plastikteile pro Quadratkilometer auf den Weltmeeren. Von den Rund 250 Millionen Tonnen Kunststoff, welche jedes Jahr produziert werden, landen ca. 10% als Abfall in den Weltmeeren. Diese 10% Plastikmüll stellen rund 70% des gesamten Müllaufkommens der Ozeane dar. Auch wenn wir nicht wissen, wer wann und wie viel Kunststoff in den Weltmeeren entsorgt; eines ist sicher: Keiner holt das Plastik heraus! So treibt im Nordpazifik in der Zwischenzeit ein Teppich aus Müll, von der Grösse Mitteleuropas. Wir reden hier von der Grösse Deutschlands, der Beneluxländer, Schweiz und Österreich zusammen.

 

Im Gegensatz zu Lebensmittelresten oder Holz unterliegt Kunststoff keinem natürlichen Recycling. Deshalb wird Plastik weder abgebaut noch verrottet es. Nur die Sonne mit ihrer UV-Strahlung und die Wellenenergie sind in der Lage den Kunststoff zu zerkleinern. Durch den Zerkleinerungsprozess wir die Anzahl und die Oberfläche sukzessiv erhöht. Die Auswirkungen des Zerkleinerungsprozesses haben wir alle schon zu genüge bei einem Spaziergang am Strand erlebt. Unzählige Plastikteile liegen im Spülsaum der Wellen. Dies ist nur der sichtbare Teil des Müllteppichs. Der überwiegende Teil des Plastik sinkt auf den Meeresboden und/oder wird bis auf Nanogrösse zerkleinert. Nachdem die Plastikstücke klein genug sind, werden diese wieder von Vögeln, Fische, Muscheln und Meeressäugetiere anstelle von Nahrung aufgenommen. Im Magen Darm Trakt reichern sich die Plastikstücke an und können nicht mehr ausgeschieden werden. Sie verstopfen den Verdauungstrakt der Tiere. So verhungern die Tiere mit einem vollen Magen aus Plastik.

 

Von uns kaum wahrgenommen, wird millionenfach in den Weltmeeren gelitten und gestorben. Über eine Million Seevögel, ca. 100'000 Meeressäugetiere und Schildkröten gehen jedes Jahr an den Überresten von Plastikmüll, welcher auf dem Meer treibt zugrunde. Nachweislich fallen mehr als  260 Tierarten

 


Im Januar 1992 verlor ein Frachter aus Hongkong auf seinem Weg nach Tacoma (USA) einige Container, mit fast 30'000 Spielzeugtieren im Ostpazifik. Die Behältnisse öffneten sich und die "Friendly Floaties" (Plastikenten) starteten ihre Odyssee in den Weltmeeren. Die Floaties trieben mit den Strömungen in verschiedene Richtungen. Einige Enten, mit einer besonders guten Kondition, schafften bis zu 27'000 Kilometer. 2/3 der Enten trieben nach Süden und wurden in Indonesien, Australien und Südamerika gefunden. Das restliche Drittel machte sich auf dem Weg durch die Beringstrasse Richtung Alaska. Ein Teil wurde im Eis eingefroren oder strandete in Alaska. 8 Jahre nach dem Unglück wurden einige Floaties vor der Ostküste der USA bei Maine gesichtet. Obwohl die Enten von der Sonne schon recht ausgebleicht waren, konnten sie durch die Firmenanschrift eindeutig zugeordnet werden. Im Jahr 2003 ist ein Teil der Enten an der Nordwest Küste von Schottland aufgetaucht. Im Sommer des gleichen Jahres waren die Tiere an den Stränden von England aufgetaucht. Zwischenzeitlich hat ein
dem Müll im Meer zum Opfer. Dies nur, aufgrund unserer konsumorientierten Lebensweise und unserer Sorglosigkeit im Umgang mit Kunststoffmüll. Wie heisst es so schön: "Aus den Augen aus dem Sinn". Dass dies beim Plastikmüll auf unseren Weltmeeren nicht zutrifft, beschreibt am besten ein Beispiel an einigen verloren gegangenen Containern.
richtiger Run auf die armen Enten eingesetzt. Der Hersteller hat einen Finderlohn von 50 Pfund pro gefundenes Tier ausgesetzt. Nach Expertenmeinung werden die noch nicht gefundenen Floaties ca. 100 Jahre auf den Weltmeeren überstehen. Das heisst, dass der Inhalt eines verloren gegangen Container noch 100 Jahre später als Müll auf den Weltmeeren umherschwimmt.

Um dieses Problem des Plastikmülls in den Ozeanen zu lindern, ist es wichtig, dass jeder von uns seinen Beitrag leistet. Wenn wir, wenn immer möglich, auf Produkte in Plastikverpackungen verzichten oder diese fachgerecht entsorgen, haben wir schon einen grossen Schritt gemacht. Hilfreich ist auch, wenn wir in der Natur liegen gelassene Plastikteile einsammeln, damit diese nicht vom Wind in die Flüsse getragen und dann ins Meer gelangen. Den der Kunststoff verschwindet nicht, er ist nur kurzfristig aus den Augen.

Steffen