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Rundreise 2011/3

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Von Sesriem bis Swakopmund

 

Für die Weiterreise nach Swakopmund haben wir wieder eine Alternativroute abseits der „grossen“ Strassen gewählt. Heute stand Pässe fahren auf dem Programm. Unter anderem ging es über den Spreetshoogte Pass. Mit einer Steigung von 22.2% die Mutter aller Pässe. Da stöhnte sogar unser 4 Liter - V6 Motor im 2. Gang. Eigentlich war der Pass wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Auf der anderen Passseite war die Strasse durch die langen Regenfälle stellenweise noch so aufgeweicht und schlammig, dass auch wir mit unserem Offroader aufgesessen sind. Nichtsdestotrotz hat es wahnsinnigen Spass gemacht. Alle drei Pässe haben uns mit einem grandiosen Ausblick und abwechslungsreichen Landschaften belohnt. Hinzu kamen Paviane und diverse Antilopen. Am Spätnachmittag haben wir unser Zelt in „Namib’s Valley of a thousand hills camp“ aufgeschlagen. Hier war der Name Programm. Der Platz befindet sich 6.5 km abseits der C26 und ohne Offroader nicht zu erreichen. Wir genossen an diesem Abend einen unglaublichen Ausblick auf Hunderte von kleinen Hügeln unterhalb des Campingplatzes. Natürlich alleine.

Heute hiess unser Ziel Swakopmund. Jedoch das Highlight des Tages soll gleich zu Beginn kommen. Die Springbockrettung aus einem Zaun. Beim Überspringen eines Farmzaunes hat der Springbock mit dem Vorderbein zwischen den Drähten eingefädelt. Nachdem das Durchschneiden der Drähte erfolglos war, hatten wir nur noch eine Möglichkeit. Den Springbock wieder über den Zaun zu hieven und ausfädeln. Dies gelang uns auch und der Springbock machte sich, ohne zu humpeln auf die Flucht. Ein Danke wäre schon drin gewesen, da mich die ganze Aktion ein T-Shirt gekostet und Sandy tagelange Knieschmerzen beschert hat. Die Weiterfahrt nach Walvis Bay war recht unspektakulär. Der Vormittag stand eh unter dem Eindruck der Springbockrettung. Walvis Bay ist mit 50‘000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Namibias. Hier befindet sich auch der grösste Hafen des Landes. Dementsprechend wird die Stadt auch von dieser Industrie geprägt. Im Süden wird in grossen Solen Salz gewonnen. Ansonsten hat man Walvis Bay schnell gesehen.

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Swakopmund

 

Im Gegensatz zu Walvis Bay steht Swakopmund. Diese Stadt hat viel zu erzählen und wird ebenfalls durch die deutsche Kolonialzeit stark geprägt. Die Stadt ist voller alter Fachwerkhäuser aus der Zeit um 1900 – 1910. Die Strassen sind hier enorm breit – ein geschichtliches Relikt. Schliesslich sollten die grossen Ochsenkarren auf den Strassen wenden können. Dadurch geht ein wenig Flair verloren. Wie schon in Lüderitz haben wir uns auch in Swakopmund für ein Zimmer entschlossen. Wir gingen auf Erkundungstour durch die Stadt und suchten uns ein gemütliches Plätzchen für den Abend. Wir fanden unter anderem das Schweizer Haus inklusive Café Anton. Hier gibt es Schwarzwälder Kirschtorte und vieles mehr, was so an Deutschland erinnert. Den Abend verbrachten wir am Pier in einem Fischrestaurant und haben den Sonnenuntergang über dem Atlantik genossen.

Swakopmund wird von einem gemässigt kühlen Klima geprägt. Die Temperaturen sind hier angenehm kühl und überhaupt nicht afrikanisch. Morgens ist es oft neblig; wie auch an diesem Tag. Eigentlich hätte Sandy gegen 10.00 Uhr ihr Geburtstagsgeschenk einlösen dürfen. Einen Rundflug über die Namib und der Skelettküste. Aufgrund des Nebels haben wir den Flug um 2 Stunden nach hinten verschoben. So war genug Zeit uns auf den Naturlehrpfad „Welwitschia Drive“ zu machen. Entlang des Pfades werden einem die verschiedenen Pflanzenarten und ihre Überlebensstrategien erklärt. Die Spuren der Ochsenwagen, welche die Versorgung zwischen Küste und Binnenland sicherstellten, sind immer noch zu sehen. Die Natur braucht hier sehr lange um Schäden zu reparieren. Am Eindrücklichsten war Mondlandschaft. Wer nicht weiss, wie es auf dem Mond ausschauen könnte, bekommt hier eine Vorstellung davon. Leider reichte die Zeit nicht mehr, um zu den Welwitschias zu fahren. Wir mussten zurück. Der Rundflug stand ja noch an. Wir flogen mit einer zweiten Cessna in Formation zum Kuiseb-Fluss. Der Fluss bildet die Grenze zwischen der Namib (rote Sandwüste) und einer weissen Steinwüste. Das Wasser kann bis heute die Ausbreitung der Namib verhindern, indem der Sand in den Atlantik abtransportiert wird. Unser Pilot liess es sich nicht nehmen im Tiefflug über den Fluss zu fliegen, bevor wir rechts ab in die Namib flogen. Von oben konnte man deutlich die Bewegung des Sandes sehen. An manchen Stellen wurde eine noch ältere Wüste freigelegt, welche zwischenzeitlich versteinert war. Unser Pilot konnte uns viel über die Bewegungen und Geschichte der Namib erzählen. Wieder am rauen Atlantik angekommen sind wir über ein Wrack geflogen. Es ist die Eduard Bohlen. Ein Schiff, der Woermann Reederei welches 1909 auf Grund gelaufen ist. Da die Namib 30 cm im Jahr in den Atlantik wächst, liegt das Wrack zwischenzeitlich 300 m vom Ufer entfernt. Ein bizarrer Anblick. Der Flug ging weiter Richtung Norden, über die Städte Walvis Bay und Swakopmund, zum Flughafen. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit dem Auffüllen unseres Proviantes, der Stadtbesichtigung von Swakopmund und dem schlechtesten Abendessen der ganzen Reise.

 

Rundreise 2011 Bilder 9.1

 

Erongo Gebirge

 

Irgendwann einmal da kommt bei so einer bis anhin grandioser Rundreise die Frage auf. Geht es mit den Highlights so weiter? Die Frage kann ich jetzt mit einem klaren ja beantworten. Die Reise führte wieder weg von der Küste in den Nordosten in das Erongo Gebirge. Genau genommen, auf die Ameib Ranch, welche gleich mit zwei Attraktionen aufwarten können. Zuerst haben wir eine 30 minutige Wanderung auf einen Berg zur Phillipps Höhle gemacht. Von hier oben hat man einen fantastischen Ausblick auf die umliegenden Berge. Die Höhle ist ein nationales Monument mit Felszeichnungen, darunter auch der weisse Elefant. Eine weitere Sehenswürdigkeit auf dem Farmgelände ist Bull’s Party. Dies sind überdimensionale Steinkugeln, welche ein hervorragendes Fotomotiv abgeben. An diesem Tag wollten wir noch bis zur Spitzkoppe. So mussten wir diesen eindruckvollen Ort verlassen und uns auf den Weg machen. Die Spitzkoppe wird auch als Matterhorn Namibias bezeichnet. Zwar nicht ganz so hoch aber doch eindrucksvoll. Ragt die Spitzkoppe doch 800 m vom Plateau empor. Auf dem Parkgelände rund um die Spitzkoppe gibt es ca. 12 wilde Campingstellplätze. Wir hatten Einen mit Blick auf den Berg und untergehender Sonne. Mehr brauch ich nicht schreiben – der Hammer!

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Von der Spitzkoppe über Tweifelfontein bis Etosha

 

Die Nacht war sehr stürmisch und der Morgen brachte uns eine kalte Bise. So sahen wir uns gezwungen unsere sieben Sachen zu packen und auf der windabgewandten Seite des Berges für das Frühstück neu einzurichten. Viel gebracht hat das Ganze nicht. So haben wir den Park nach einer weiteren kleinen Besichtigung Richtung Twyfelfontein verlassen. Richtige Highlights gab es auf der Strecke nicht. Der Brandberg hat uns beide nicht so richtig locken können. So haben wir kurz vor Twyfelfontein die Orgelpfeifen und den verbrannten Berg angeschaut. Für die Nacht haben wir wieder ein schönes Plätzchen gefunden. Im afrikanischen Sommer sollen hier Elefanten durchziehen. Ihre Hinterlassenschaften sind auf dem ganzen Gelände verstreut. Wir haben jedenfalls das Aabadi Mountain Camp für uns alleine. Mal wieder traumhaft.

Nach einer warmen Nacht, einer wohlverdienten Dusche und einem feinen Frühstück sind wir nach Twyfelfontein gefahren. Die dortigen Felsgravuren sind das einzige UNESCO-Welterbe des Landes. Aus diesem Grund und die Gravuren vor Beschädigungen zu schützen darf das Gelände nur mit einem Guide betreten werden. Unser Guide Johannes hatte etwas von einer Giraffe. Die Beine waren doppelt so lange wie die von Sandy sowie der Gang und die Haltung erinnerte an eine Giraffe. Seine Erklärungen haben uns aber einen guten Einblick in die 2‘000 – 6‘000 Jahren Gravuren gegeben. Anschliessend machten wir uns auf den eher monotonen Weg Richtung Etosha. In Outjo haben wir nochmals aufgetankt und in einer Metzgerei unseren Fleischvorrat aufgefüllt. Der Campingplatz, am Anderson Gate zum Etosha Nationalpark, war zwar grosszügig angelegt, aber wir waren in der Zwischenzeit schon sehr verwöhnt.

 

Rundreise 2011 Bilder 11

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