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Robben Island

 

Robben Island ist eine vorgelagerte Insel in der Kapbucht. Die Insel war lange Zeit, wie auch Alkatraz eine Gefängnisinsel. Die Entfernung zum Festland und die kalten Meeresströmungen machten eine Flucht undenkbar. Ihr wohl bekanntester Insasse war Nelson Mandela. Er verbrachte 18 Jahre seiner Haft auf Robben Island. Um auf die Insel zu kommen muss man im Voraus eine geführte Tour buchen. Nach der Ankunft auf Robben Island werden alle Besucher in Busse verfrachtet. Wir hatten einen sehr redseligen und theatralischen Guide. Die ersten paar Minuten war es noch amüsant aber er konnte einem ruckzuck den Nerv rauben zumal wir es gewöhnt waren unsere Touren und den Rhythmus selbst zu bestimmen. Als erstes wurden wir durch die Insel kutschiert. Vorbei an Gräbern der Gefangenen, weiter zu den Behausungen der Wächter. Aussteigen war nicht drin. Erst als wir an einem Strand mit Blick auf Kapstadt ankamen, durften wir für gefühlte 2 Sekunden aussteigen und ein paar Fotos machen. Erst am eigentlichen Gefängnis angekommen durften wir den Bus wieder verlassen. Die Führung innerhalb des Gefängnisses wurde von ehemaligen Gefangenen durchgeführt. Wenn man den Erzählungen über die Misshandlungen verfolgte, bekam man eine Wut auf das damalige Apartheidregime. Häftlinge bekamen je nach Rasse unterschiedliche Essensrationen und waren jeglichen Rechten beraubt. Willkür war an der Tagesordnung. Zu Guter letzt haben wir noch die Zelle von Nelson Mandela besucht. Sein Geist ist hier immer noch allgegenwärtig.

Kapstadt Robben Island Bilder 1

 

„Die fliegenden Haie von Südafrika“

 

Am nächsten Tag fuhren wir wieder auf den Strassen unserer Kap Tour. Dieses Mal war Simon’s Town (False Bay) unser Ziel. Eigentlich war nicht die Stadt selbst unser Ziel. Es waren die springenden weissen Haie von Südafrika. Im Norden der False Bay ist eine kleine Insel auf welcher Robben ihre Jungen gross ziehen. Robben sind die bevorzugte Beute von weissen Haien. Aufgrund der Topographie  der Insel bzw. Unterwasserlandschaft haben die Haie eine eigenständige Jagdtechnik entwickelt. Die Haie greifen die Robben aus der Tiefe an. Sie jagen dabei mit einem HHöllentempo auf die Robben zu. Zwangsläufig werden die Haie bei dieser Angriffstechnik aus dem Wasser katapultiert. Chris Fallows und sein Team studieren diese Eigenheiten der Haie seit Jahren. Nachdem wir 2003 in Mossel Bay eine Pleite erlitten haben und keine Haie sahen sind wir dieses Mal auf Nummer sicher gegangen und haben bei einem Profi angeheuert.

Wir fuhren um 7.00 Uhr am Morgen mit dem Boot zu Insel. Das ca. 6 Meter lange Boot hatte 2 Aussenborder mit insgesamt 500 PS. Das Boot ging richtig ab. Wie sich später herausstellte war dieser Power auch notwendig. An der Robbeninsel angekommen, hielten die Guides sofort Ausschau nach Haien. Es dauerte keine 5 Minuten und wir sahen in der Ferne die ersten Jagdszenen. Jetzt machten sich die 500 PS bezahlt. Im nu waren wir am Ort des Geschehens. Wenn die Haie die Robben beim ersten Angriff nicht zu fassen bekommen, versuchen die Robben dem Maul der Haie auszuweichen. Aufgrund der Wendigkeit der Robben entwickelt sich hier ein Katz und Maus Spiel mit ungewissem Ausgang. Nachdem wir der Szenerie eine Zeit lang zugeschaut haben, hat die Crew in das Geschehen eingegriffen. Die Crew präparierte eine Robbenattrappe und zog diese hinter unserem Boot her. Nach einer Minute standen alle Gäste mit weit aufgerissenem Mund auf dem Deck. 15 Meter hinter unserem Boot sprangen 4 Meter geballte Power aus dem Wasser und packten die Attrappe...................wir waren zu tiefst beeindruckt. Dieses Schauspiel wiederholten wir noch einige Male, so dass jeder Gast genügend Erinnerungsfotos machen konnten. Anschliessend fuhren wir in ca. 50 Meter Entfernung um die Insel. Das Vergnügen änderte sich schlagartig als wir auf der windabgewandten Seite der Robbenkolonie ankamen. Uns schlug ein beissender Geruch aus der Kolonie entgegen. Wir fuhren wieder auf die andere Seite und machten an einer Boje fest. Käfigtauchen war angesagt. Es war kalt und windig. Die Wassertemperaturen luden auch nicht unbedingt zum Käfigtauchen ein. Und schliesslich war die Action von vorhin eh nicht mehr zu überbieten. So beschlossen wir das Käfigtauchen nach kurzer Zeit wieder einzustellen und liessen statt dessen wieder die Haie springen. Eine Stunde später war das Spektakel vorbei. Die Robben waren auf das offene Meer geschwommen und die Haie waren satt.

Kapstadt die fliegenden Haie Bilder 1

 

Weinanbaugebiete

 

Eine der letzten Ausflüge auf unserer  „to do Liste“ waren die Weinanbaugebiete in der Kap Region. Wir fuhren von Kapstadt auf der N2 nach Somerset West. Hier lag unser erstes Ziel. Das Weingut Vergelegen. Abgesehen vom guten Wein der hier produziert wird, ist dieses Weingut für seine kapholländische Baukunst bekannt. Hier stehen auch die ältesten Bäume im südlichen Afrika. Die 5 mächtigen Kampher Bäume (seit 1942 unter Denkmalschutz) wurden von dem Weingutgründer 1700 -1706 gepflanzt. Die Ruhe, das alte Herrenhaus und die Kampher Bäume haben dem Gut ein einmaliges Flair verliehen und zum verweilen eingeladen. Dies nutzen auch schon Nelson Mandela und Bill Clinton aus. Wir fuhren weiter auf der N2 über den Sir Lowry’s Pass nach Grabouw. Hier bogen wir nach links ab auf die R321 und fuhren an den Theewaterskloof Dam. Von hier an gab es kaum Verkehr. Wir waren wieder allein. Die Strasse schlängelt sich von jetzt an durch die schroffe Berglandschaft und man darf diese Strecke als traumhaft bezeichnen. Auf der Passhöhe angekommen hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Franschhoek Tal mit ihren Weinbergen. Obwohl Franschhoek ein sehr schönes Städtchen im kolonialen Stil ist, haben wir es nur für eine kurze Kaffeepause genutzt. Wir fuhren weiter, vorbei an Weinreben und grossen Obstplantagen. In Paarl gingen wir auf die Autobahn, zurück nach Kapstadt. An diesem Tag hatten wir viele Kilometer zurück gelegt, tolle Eindrücke gewonnen und wieder ein Stück Kap Region erkundet.

Kapstadt Weinanbaugebiete Bilder 1

Kapstadt 2008/3

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