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Von Fisch River Canyon bis Lüderitz

 

Der nächste Tag begann wie eigentlich jeder Tag, mit dem Sonnenaufgang um ca. 5.30 Uhr. Heute stand die längste Etappe mit 500 km auf dem Programm. Wir wollten entlang des Oranje River bis nach Lüderitz. Und wie schon am Vortag fuhren wir auf Nebenstrassen. Das heisst Sand, Sand, und wieder Sand. Bis zum Grenzfluss zu Südafrika, dem Oranje waren wir alleine. Die Strasse entlang des Flusses war eigentlich noch wegen der Reparatur der Überschwemmungsschäden geschlossen. Wir sind trotzdem durchgefahren, den die Alternative wäre ein Umweg von mehreren Hundert Kilometern gewesen. Es war auch kein Problem und die Bauarbeiter liessen uns freundlich passieren. Landschaftlich war dieser Streckenabschnitt wie schon viele davor der absolute Hammer. Am Diamantensperrgebiet ging es dann auf der C13 nach Norden bis zu dem kleinen Städtchen Aus (ca. 8‘000 Einwohner). Hier bogen wir links ab, auf die B4, um die restlichen 120 km nach Lüderitz zurückzulegen. Ca. 100 km vor Lüderitz, in Gharub haben wir noch eine Herde Wildpferde besucht. Die Quelle, an welcher sich die Tiere treffen, wurde schon von den Trecks aus Lüderitz, auf ihrem Weg durch die Namib, genutzt. Woher die Tiere gekommen sind, weiss niemand so genau. Nur eines ist sicher. Die Pferde haben sich in den letzten hundert Jahren perfekt an die dort herrschenden Bedingungen angepasst und können mit der Wasserknappheit sehr gut umgehen. Anschliessend ging es weiter durch die Namib bis nach Lüderitz.

Rundreise 2011/2

Rundreise 2011 Bilder 4.1

 

Lüderitz und Kolmannskuppe

 

Die kleine ca. 25‘000 Einwohner zählende Stadt ist durch und durch Deutsch. Wir haben in einem B & B namens „Zur Waterkant“ in der Bremerstrasse übernachtet. Dies sagt schon vieles. Viele der alten Häuser haben ein Fachwerk und tragen noch deutsche Schriftzüge. Die weissen Einwohner leben, auch Generationen später, die deutschen Bräuche weiter und sind stolz auf ihre Vergangenheit. Da Lüderitz sehr abgelegen ist und ansonsten wenig zu bieten hat, leben hier überwiegend ältere Menschen. Die Zeit ist hier stehen geblieben und die Kolonialzeit ist allgegenwärtig. Ganz besonders spürt man diesen Geist in Kolomannskuppe. Die Geisterstadt ca. 15 km im Landesinneren, am Rande des Diamantensperrgebietes, ist ein absolutes Muss. Hier wurden 1908 die ersten Diamanten gefunden. Arbeiter haben am Boden kriechend, mit Pinzette und Stoffbeutel ausgerüstet, bis zu 150 Karat am Tag eingesammelt. Unsere Augen schauten auch auf den Boden. Nicht nur wegen Diamanten, sondern auch wegen Vipern und Ottern, welche sich in der Geisterstadt angesiedelt haben. Wir wurden aber beruhigt. Sollten wir tatsächlich eine Schlange sehen, wurden wir vorher von mindestens 10 Schlangen gesehen. Also alles halb so schlimm. Kolmannskuppe sollte auf jeden Fall mit einem Guide angeschaut werden. Da die Geschichte, welche hinter dieser Stadt steckt, überaus interessant ist. Insbesondere die Lebensweise der Menschen. Natürlich alles auf Deutsch erklärt.

Rundreise 2011 Bilder 5.1

 

Von Lüderitz bis Sesriem

 

Gegen Mittag haben wir die Gegend um Lüderitz verlassen und sind wieder Richtung Aus gefahren. Hier wollten wir ein Kriegsgefangenenlager besuchen, haben es aber nicht gefunden. So ging die Reise weiter Richtung Norden am Namib Naukluft Park entlang. Auf der D 0407 haben wir am späten Nachmittag dann Ausschau nach einem Campingplatz gehalten. Wir wurden fündig auf der Ranch und Straussenfarm Koiimasis. Wir meinen es ist der schönste Campingplatz in Namibia. Perfekt in die atemberaubende Landschaft eingebetet mit allem ausgerüstet, was ein Stellplatz braucht. Und natürlich waren wir wieder die einzigen Gäste. Fast, nachts wurden wir von Wildpferden besucht, welche aus Neugierde ein paar Mal um den Platz galoppiert sind.

Am nächsten Morgen haben wir ausgiebig die Landschaft rund um den Campingplatz genossen. Die roten Berge und Felsen auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Savanne gespickt mit grossen charaktervollen Bäumen. Am Farmhaus, welches ca. 1 km vom Campingplatz entfernt ist, haben wir noch die Straussengehege besichtigt und uns an den Erdmännchen erfreut, welche einen kranken Kameraden auf der Pflegestation der Farm besucht haben. Da hiess auch schon wieder Abschied nehmen. Wir hatten mal wieder einige Kilometer vor uns. Unser nächstes Ziel war Schloss Duwisib. Ein schräger Deutscher Namens von Wolff meinte, ein Schloss mitten auf seine Farm bauen zu müssen. Was macht man nicht alles, wenn zu viel Geld da ist. Jedenfalls innen war das Schloss so eingerichtet, dass man sich nicht wohlfühlen kann. Nach einer halben Stunde hatten wir alles gesehen und fuhren unserem Etappenziel entgegen. Wir wollten, um noch einen Platz zu erhalten, gegen 15.30 Uhr in Sesriem auf dem Campingplatz sein. Sesriem ist das Eingangstor zu Sossusvlei, einem der Touristenattraktionen in Namibia. Nach der tagelangen Einsamkeit war ein halb voller Campingplatz ein Kulturschock für uns. Obwohl die einzelnen Stellplätze ca. 100 Meter voneinander getrennt waren, mussten wir uns erst einmal wieder an andere Camper gewöhnen.

Rundreise 2011 Bilder 6.1

 

Sossusvlei

 

Das Sossusvlei ist eine grosse Lehmsenke, die von Dünen der Namib umschlossen wird, die zu den höchsten der Welt zählen (bis zu 300 m). Das Gebiet liegt im Namib-Naukluft Park. Die Tore öffnen jeweils bei Sonnenaufgang. Obwohl der Wecker um 05.00 Uhr klingelte und wir uns umgehend am Eingang anstellten, waren wir auf Startplatz 10 oder 11. Dies hinderte Herr Maier aber nicht daran, am Sossusvlei der Erste zu sein. So eine Düne zu erklimmen ist nicht so einfach. Zwei Schritte vor und einen zurück. Die Aussicht und die Stimmung mit der aufgehenden Sonne sind aber alle Strapazen wert. Die kleinen Vleis und die grossen Dünen heben sich kontrastreich mit der aufgehenden Sonne ab. Ein weiterer Höhepunkt war das Deathvlei. Hier stehen auf weissen Boden tote Baumstämme. Im Hintergrund die roten Dünen und der strahlend blaue Himmel. Man muss es einfach gesehen haben. Gegen Mittag haben wir das Sossusvlei wieder Richtung Ausgang verlassen, um noch den Sesriem Canyon zu besichtigen. Der Tsauchab-Fluss hat sich hier ca. 50 m tief in das Schiefergestein gegraben. Nach der Hitze im Sossusvlei war der Canyon eine willkommene Abkühlung. Nach einem kurzen Tankstopp ging es ca. 60 km weiter Richtung Norden. Hier haben wir uns am frühen Nachmittag einen Campingplatz gesucht. Natürlich waren wir wieder alleine. Nachdem der Wecker um 05.00 Uhr geklingelt hatte, war jetzt erst einmal ein Mittagsschlaf angebracht. Den Abend verbrachten wir wieder typisch südafrikanisch / namibisch. Vor dem Feuer bei einem Glas Rotwein und einem grossen Stück Fleisch auf dem Grill.

Rundreise 2011 Bilder 7.1

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